Ersteigern

Jahr für Jahr kommen Tausende von Immobilien unter den Hammer und werden zwangsversteigert, weil deren Eigentümer in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Doch was des einen Pech ist, ist des anderen Freud: Wer an entsprechenden Auktionen teilnimmt, bekommt die Möglichkeit geboten, Immobilien besonders günstig zu erwerben. Zwar sind Zwangsversteigerungen vor allem bei Kapitalanlegern sehr beliebt, doch inzwischen können sich auch zunehmend mehr Eigennutzer mit dieser Form des Immobilienerwerbs anfreunden.

Das Prinzip der Zwangsversteigerung ist denkbar einfach: Die zur Versteigerung stehende Immobilie wird zu einem bestimmten Einstiegspreis, dem so genannten Mindestwert angeboten. Sofern jemand auf das Objekt bietet, erhält er die Chance, Eigentum an der Immobilie zu erwerben. Sollte mehrere Teilnehmer auf das Objekt bieten, gewinnt derjenige, der zuletzt das Höchstgebot abgibt.

Interessant sind Zwangsversteigerungen vor allem deshalb, weil etliche Immobilien deutlich unter Marktpreis den Eigentümer wechseln. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die Objekte im Durchschnitt zu etwa 60 bis 70 Prozent dessen veräußert werden, was sie eigentlich wert sind. Allerdings handelt es sich hierbei um Durchschnittswerte – in Abhängigkeit von der Anzahl der Bieter können Objekte letzten Endes auch zu einem Preis veräußert werden, der über ihrem Marktwert liegt.

Somit bieten Zwangsversteigerungen nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren. Wer sich für diese Art des Immobilienerwerbs interessiert, muss sich im Vorfeld ausgiebig mit der Materie auseinandersetzen. Gerade wenn man nicht in der Banken- oder Immobilienbranche tätig ist, gilt es vorsichtig zu sein – immerhin kennen sich etliche Auktionsteilnehmer hervorragend in der Materie aus. Folglich gilt es bei Interesse einen guten Berater zu finden oder entsprechende Literatur zu lesen, um sich bestmöglich auf die Auktion vorbereiten zu können.