Monatliche Ausgaben (Lebenshaltungskosten)
Um die Belastung kalkulieren zu können, die durch eine Baufinanzierung entsteht, und damit auch die Belastungsgrenze festlegen zu können ist eine Aufstellung der monatlich anfallenden Ausgaben unerlässlich. Dabei bietet es sich an, Verfahren aus der einfachen Buchhaltung zu nutzen. Dort versteht man unter Ausgaben eine Verminderung des Netto-Geldvermögens. Anders ausdrückt: Nach Abzug aller Ausgaben verbleibt einem Unternehmen bzw. in unserem Fall einem Haushalt weniger Kapital als vor dem Abzug.
Betriebswirtschaftlich betrachtet setzen sich Ausgaben aus drei Komponenten zusammen: Den Auszahlungen, Abgängen von kurzfristigen Forderungen und Zugängen von kurzfristigen Verbindlichkeiten. Nun wird jeder betriebswirtschaftlich vorgebildete Mensch fragen: Forderungen befinden sich doch auf der Aktivseite und Verbindlichkeiten auf der Passivseite einer Bilanz, wie können sie beide Ausgaben sein? Hier ist zu beachten, dass die Betonung auf Zugang bzw. Abgang der Verbindlichkeiten bzw. Forderungen liegt.
Unter Forderungen versteht man einfach ausgedrückt Gelder, auf die man Anspruch hat, beispielsweise Kindergeld, Mieteinnahmen oder Unterhaltszahlungen. Sie mehren in der Regel das Vermögen, gelten also als Einnahmen. Anders sieht es aber aus, wenn Forderungen plötzlich ausbleiben, wenn beispielsweise die Wohnung nicht vermietet werden kann, der Unterhalt nicht mehr gezahlt wird. In diesen Fällen muss man auf Einnahmen verzichten, was betriebswirtschaftlich einer Ausgabe gleichkommt.
Verbindlichkeiten sind Forderungen Anderer, beispielsweise die Gasrechnung oder der Autokredit, der abgezahlt werden muss. Sie gelten als Ausgaben und umso mehr, wenn sich die Anzahl der Verbindlichkeiten erhöht, wenn also beispielsweise die Kfz-Steuer oder Versicherungsbeiträge einmal jährlich fällig werden.
Neben Forderungen und Verbindlichkeiten fallen natürlich auch Auszahlungen wie etwa für Lebensmittel oder Kleidung an, die ebenfalls die Ausgaben vergrößern. Die Summe aus allen Auszahlungen, Verbindlichkeiten und dem Abgang von kurzfristigen Forderungen machen die Lebenshaltenskosten, also die Ausgaben aus.
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